Saturday, December 30, 2006

Wenn der Schnee faellt

Weihnachten in Israel! Klingt irgendwie romantisch und war es auch irgendwie. Durch Kekse backen, unseren Gemeinschaftsraum schmuecken und Weihnachtskarten schreiben und bekommen ist schliesslich doch noch ein bisschen Stimmung hier aufgekommen. Am Heiligen Abend haben wir Volontaere und die Moshawbewohner alle im festlich geschmueckten Diningroom zusammen gegessen, wobei wir sogar von den Kellnern bedient wurden. Spaeter gab es ein hebraeisches Krippenspiel von den Moshawkindern, was echt suess war. Wir haben "Stille Nacht" auf mindestens drei verschiedenen Sprachen gleichzeitig gesungen, wobei uns deutschen aufgefallen ist, dass wir nicht besonders textfest sind. Ich werde definitiv naechstes Jahr den deutschen Weihnachtsliedern mehr Aufmerksamkeit bekunden. Als das offizielle Programm vorbei war, haben wir Volontaere uns in unserem Gemeinschaftsraum versammelt und gewichtelt, Spiele gespielt und einfach den Abend zusammen verbracht. Ich habe es echt genossen und erst am naechsten Tag, der etwas ruhiger war, habe ich die Familie und all die winterliche Teestimmung zuhause vermisst.

Und nur wenige Tage spaeter ist es passiert. Kaum einer haette damit gerechnet. Aber dann ploetzlich war er da. Der SCHNEE. Es waren nur ein paar Flocken und nur ein bisschen ist fuer sehr kurze Zeit liegengeblieben. Doch wir fanden es super aufregend und sogar der BBC hat am naechsten Morgen von Jerusalems weissen Daechern berichtet. Ein schoenes Erlebnis!

Saturday, December 23, 2006

Oelberg

Ja, ich bin schon seit fast vier Monaten in Israel. Und ja, erst jetzt komme ich dazu mir mal den Oelberg anzusehen. Ich wuerde es ja alles auf meine beiden Freundinnen Karo und Mirjam schieben, die echte Kulturbanausen sind, das aber vehement abstreiten, doch das waere ja zu einfach. Wie auch immer, schliesslich habe ich es doch noch geschafft, sie dorthin zu schleppen und hier bekommt ihr druckfrisch die Ergebnisse unserer Wanderung.
Was man auf dem Oelberg vor allem ansehen kann sind Kirchen. Mir ist mal wieder aufgefallen, wie schoen die seien koennen. Hier seht ihr die Kirche der Nationen, die an der Stelle steht, an der der Garten Gethsemane gewesen ist. Daneben die Traenenkirche, an dem Ort, wo Jesus angeblich ueber das Schicksal von Jerusalem weinte. Darunter seht ihr die uralten Oelbaeume im Garten Gethsemane, die noch aus der Zeit von Jesus stammen und den Blick auf die Kirche Maria Magdalena mit ihren goldenen Zwiebeltuermen. Soviel zum Thema Sightseeing in Jerusalem.

Saturday, December 16, 2006

Tennis und Tropfsteine

Eine weitere Woche liegt hinter mir. Bald ist Weihnachten. Davon merkt man hier allerdings nicht viel, denn die Israelis feiern das nicht. Dafuer feiern sie diese Woche Channuka. "Chanukka erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten juedischen Tempels in Jerusalem im juedischen Jahr 3597 nach dem erfolgreichen Makkabaeeraufstand der Juden Palaestinas gegen hellinisierte Judenund makedonische Syrer, wie er im Ersten Buch der Makkabaeer und auch im Talmud überliefert ist. Die Makkabaeer beendeten die Herrschaft des Seleukidenreichs ueber Judaea, beseitigten den im juedischen Tempel errichteten heidnischen Altar und fuehrten den juedischen Tempeldienst wieder ein.
Laut der Ueberlieferung fand sich Oel fuer nur einen Tag; durch ein Wunder hat das Licht jedoch acht Tage gebrannt, bis neues geweihtes Oel hergestellt worden war. Daran erinnern die acht Arme des Chanukka-Leuchter. Jeden Tag wird eine Kerze mehr angezündet, bis am Ende alle acht Kerzen leuchten." (sagt Wikipedia ueber das Fest)

Seitdem die Haelfte meiner Zeit hier vorbei ist, scheint die Zeit nur so zu vorbei zu fliegen, obwohl der Alltag in Yad Hashmona nach 3 Moanten auch nicht mehr der spannendste ist. Doch wir kaempfen entschlossen gegen die Langeweile und versuchen die freien Tage mit sinnvollen Aktivitaeten zu fuellen. So haben Mirjam und ich uns am Donnerstag nach Neve Ilan aufgemacht, um Tennis zu spielen, denn wir haben heraus gefunden, dass wir das dort ganz umsonst tun duerfen. So eine Gelegenheit muss ja genutzt werden, auch wenn wir beide diese Sportart nicht gerade meisterlich beherrschen. Trotzdem hatten wir eine Menge Spass. Das Coolste waren uebrigens die Tennisschlaeger, die ihrem Design nach mindestens 50 Jahre alt waren, aber mein Herz fuer alte Dinge hoeher schlagen liessen.

Danach sind ein paar von uns Volontaeren ganz spontan in einen Naturpark ca. 40km von hier gefahren und haben uns dort eine riesige Tropfsteinhoehle angeschaut. Es war echt beeindruckend, was fuer grosse und schoene Tropfsteine in allen Groessen und Formen man dort sehen konnte. Sachen, bei denen ich mir denke, wir leben schon in einer echt schoenen Welt.

Hier zu sehen die Housekeepingcrew, wie wir bei "Elvis", einem Schnellimbis direkt vor der Tuer, wo es uebrigens einen Plastikweihnachtsbaum gibt, was in Israel eine Seltenheit ist, von unserem Trinkgeld Eisessen gehen.

Saturday, December 09, 2006

Juedische Kuriositaeten

Ein weiterer Tag im "Cleaning" liegt hinter mir. Heute wurde die sonst eher eintoenige Arbeit aufgeheitert durch eine Gruppe religioeser Juden, welche am Shabbat, was ja heute war, einige interessante Regeln zu befolgen haben. So duerfen sie zum Beispiel kein Klopapier abreissen und bekommen deswegen fertig gestueckelte, einzelne Blaettchen in ihre Toiletten gelegt. Gegen Mittag erreichte mich dann ein Anruf der Rezeption, dass ein Mann vorbeigekommen war, der am vorigen Tag die Klimaanlage in seinem Zimmer angestellt hat. Nun war das Zimmer so kalt, dass er anfing zu frieren und die Klimaanlage gerne wieder ausgestellt haette. Das wiederum war ihm persoenlich nicht moeglich, da es ihm am Samstag nicht erlaubt ist, Knoepfe zu druecken oder Schalter zu betaetigen. Und da komme auch schon ich ins Spiel, denn um diesem Herrn aus seiner Miserie herauszuhelfen, wurde ich nun zu seinem Zimmer geschickt, um dort die Klimaanlage auszustellen. Was ich dann, nicht ohne gewisse Erheiterung ueber so manche juedische Regeln, auch tat. Einerseits entstehen so lustige Situationen, andererseits ist es auch traurig zu sehen, was die Juden sich alles aufbuerden, um Gott zu gefallen. Der Gott, den sie anbeten, scheint so krass weit weg und unerreichbar und hat so wenig von dem liebenden, nahen Gott, an den wir glauben. Obwohl ich wirklich schaetze, wie ehrfuerchtig sie Gott begegnen.
Ansonsten geniesse ich gerade mein Singleleben. Karo macht fuer zwei Wochen Urlaub in Deutschland und ich habe unser Zimmer ganz fuer mich alleine. Das ist echt mal wieder schoen, trotzdem vermisse ich sie schon und bin froh, wenn sie wieder Leben und Unordnung in unser bescheidenes Heim bringt.
Dann informiere ich mich weiter ueber's Studieren und bin mitlerweile fast sicher, dass ich Kulturwissenschaften studieren will. Es interessiert mich am meisten und mir stehen dann alle Wege offen, egal, ob ich Jugendarbeit machen will oder Journalist werden oder beides. Ich merke echt, wie Gott die Zeit hier nutzt, um mir mehr Klarheit darueber zu geben, was ich mit meiner Zukunft anfangen kann und wie die naechsten Entscheidungen aussehen koennen.