Friday, November 24, 2006

Dies und das

So manche Dinge sind in der letzten Woche passiert, die es nun zu berichten gilt. Am Dienstag ist die deutschsprachige Gemeinschaft Yad Hashmonas, bestehend aus Karo, Mirjam und mir, ans Tote Meer gereist, um dort nochmals bei vollem Tageslicht das salzige Nass zu geniessen. Wir waren ueberrascht, wie warm es ploetzlich wird, wenn man nur ein oder zwei Autostunden in den Sueden faehrt. Man konnte noch gut baden ohne zu frieren. Allerdings war ich am Ende die einzige, die wirklich im Wasser war. Meine deutschsprachigen Freunde hatten das beide schon vorher erlebt und wollten sich nicht die volle Salzdroehnung geben. Es ist echt ein Spass so auf der Wasseroberflaeche zu treiben. Hinterher war ich allerdings von oben bis unten mit Salz bedeckt und in meinen Haaren haben sich ganze Salzkristalle abgelagert, was kein besonders angenehmes Gefuehl war.


Seit Donnerstag sieht man mich oefter in dem netten Golfauto, das ich bereits beschrieben habe. Es macht Spass, der "Head of Shift" zu sein, ist aber anstrengender als ich gedacht habe. Andauernd renne, oder besser fahre, ich hin und her schliesse Raeume auf und ab, bereite sie fuer die "Cleaningladies" vor und checke hinterher, ob alles sauber ist. Ich mache keine schwere Arbeit, muss aber immer alles im Blick haben, darf keinen Raum vergessen und das kann schon mal hektisch werden.

Noch eine schoene Sache war mein Abend gestern mit Anna Lena. Sie ist, wer haette das gedacht, auch aus Deutschland und ist in Yad Hashmona AuPair-Maedchen in einer der Familien. Sie war noch nie in einer katholischen Messe und wollte da gerne mal hin, weil eine Freundin sie eingeladen hat und da ich ab und zu gerne mal in den katholischen Gottesdienst gehe, habe ich sie begleitet. Eigentlich wollten wir in eine deutsche Messe, die von Benediktinermoenchen gehalten wird. Dafuer kamen wir aber leider zu spaet und alle Tore waren schon verschlossen. Doch lustigerweise trafen wir dort auf einen jungen Katholiken, der auch zu spaet war und uns dann mit ins Franzoesische Hospitz genommen hat, wo es auch eine Messe gab. So sind wir mit ihm dort in eine englische Christvesper gegangen. Ich habe die heilige und ehrfuerchtige Atmosphaere dort echt genossen.

Anschliessend sind wir mit Freunden von Anna Lena ins Christustreff gegangen. Dort sind deutsche Christen aus Marburg (einige von euch kennen sicher Christustreff in Marburg). Ich war ueberrascht mitten in der Altstadt von Jerusalem ploetzlich Leute zu treffen, die direkt bei uns um die Ecke wohnen. Ich war selber sogar schon in einem Gottesdienst vom Christustreff in Marburg. Wir haben also mitten in Israel mit lauter Deutschen deutschen Lobpreis gemacht und zusammen gebetet und das war so schoen.

Ja Freunde, die Welt ist klein und ich bin mitten drin.

Friday, November 17, 2006

Totes Meer und wieder Fahrstunden

Gestern Nacht sind ein paar von uns Volontaeren und Moshawjugendlichen zum Toten Meer gefahren. Um circa 22h ging es los Richtung Sueden. Nach rasant israelischer Fahrt zum tiefsten Punkt der Erde, stiegen wir aus den Autos und mussten einen Steilhang hinunterklettern, um zum Ufer des Toten Meers zu gelangen. Wer schon mal im Stockdunkeln beladen mit Kisten voll Feuerholz einen Felsabhang hinunter gekrakselt ist, weiss wovon ich rede. Mehr auf dem Hosenboden als auf den Beinen haben wir uns den kaum zu erkennenden Fusspfad heruntergewunden, was mich einmal mehr ans Trekken erinnert hat. Wir sind alle heile unten angekommen und wurden mit einem Bad in einer heissen Quelle belohnt. Direkt am Ufer des Toten Meeres, an der Stelle, wo wir waren, lag dieses ziemlich schlammige Wasserloch, in dem sich aber wunderbar warmes Wasser befand und an dessen Oberflaeche wir uns entspannt treiben lassen konnten. Danach kuehlten wir uns mit einem Bad im richtigen Toten Meer ab. Das erste Mal, dass ich drin war und das bruehmte, tragende Salzwasser selbst erleben konnte. Es ist echt ein so cooles Gefuehl und macht riesen Spass. Danach gab's noch ein paar ueber dem Lagerfeuer gebrutzelte Pancakes mit Eis, bevor wir uns an den Bergaufstieg zurueck zum Auto machten. Um vier Uhr fiel ich totmuede ins Bett.
Gleich um acht heute Morgen ging es weiter mit "Housekeeping". Was heute damit endete, dass ich mal wieder Fahrstunden bekam. Es scheint, dass ich davon in meinem Leben einige mehr bekommen muss, als andere Menschen. Nach denen fuer Fuehrerschein und Aufbauseminar, nun auch noch welche in Yad Hashmona. Aber das hat seine Gruende, denn naechste Woche werde ich fuer zwei Tage verantwortlich fuer den Housekeepingbereich sein, weil Kevin und Chuck, die sonst die Bosse sind, beide frei haben und der, der Verantwortlich ist, hat das Glueck ein kleines Golfauto fahren zu duerfen, um Sachen wie schwere Muellsaecke, Kisten voll Handtuecher und Bettwaesche zu transportieren und nebenbei ein bisschen Spass zu haben. So bekam ich heute ein Einfuerungsstunde in dieses Autochen, das mir echt gefaellt, da es elektrisch und automatisch ist und man es folglich nicht abwuergen kann. Eine spassige Fahrstunde!
Was ich dann naechste Woche als golfautofahrender "Head of Shift" erlebe, das erzaehl ich euch beim naechsten Mal.

Tuesday, November 07, 2006

Volontaerstrip nach Haifa

Gestern war seit langem mal wieder einen Volontaerstrip, der nicht ins Wasser gefallen ist und so machten wir uns gestern in aller Fruehe auf nach Haifa. Die Stadt, die uebrigens Mal als Piratenlager genutzt wurde, liegt am Hang des Carmelgebirges und so hatten wir von oben eine tolle Aussicht auf die ganze Stadt. Auf unserem Weg den Berg hinunter, den mein deutsches Gemuet eher als Huegel bezeichnen wuerde, kamen wir durch die Deutsche Kolonie, wo man Haeuser findet, ueber deren Haustueren deutsche Bibelverse zu finden sind. Deutsche Siedler findet man dort allerdings nicht mehr, denn die mussten nach der Neugruendung des Staates das Land verlassen. In der Innenstadt haben wir ein Altenheim besucht (das haette dir gut gefallen, Papa) und ein paar Lieder fuer die Bewohner gesungen.

Hier ist die versammelte Mannschaft der Volontaere, jung und alt, zu sehen. Im Moment sind wir ueber 30, im Alter von 19 bis an die 60 ist alles dabei.
Der Bahaitempel im Zentrum der Stadt. Die Bahaireligion ist noch ziemlich jung und wurde gegruendet von "Bab". Bab verbreitete die Lehre, dass Gott sich ueber die Jahrhunderte immer wieder in versch. Erscheinungsformen den Menschen zeigt. So sind Buddha, Mohammed und auch Jesus nur verschiedene Menschen, in denen Gott sich offenbart hat und alle Religionen wahr. Eine schoene Idee, wenn mein Glaube nicht den Anspruch haette, der einzig wahre zu sein. Die Bahais glauben irgendwie alles und nichts und das einzige, was man machen muss, um Mitglied zu werden, ist ein Papier zu unterzeichnen, indem man feststellt, dass der Sohn von Bab, die Neue Erscheinung Gottes war.
Hier zu sehen drei Engel fuer Yad Hashmona. Karoline, ich und Mirjam, das neue deutschsprachige Trio. Mit den beiden kann man eine Menge Spass haben, besonders in Sachen Deutsch lernen, wie schon berichtet, und beide verstehen die Kunst der Ironie. Man findet uns in letzter Zeit oefter zusammen. Hier Haifa von den Bahaigaerten aus geknipst.Von rechts nach links: Zvi (Deutschland), Daniel (Canada), Friedrich (Deutschland), Tommi (Finnland), Jonathan (Israel), Joav (Israel) und Ariel (Israel). Hier zu sehen, nachdem sie erfolgreich eine Menge Steine, den Berg heruntergerollt haben und zu einem Altar gestapelt haben, um die Geschichte von Elia hoch erlebnispaedagisch zu veranschaulichen. Der hat es auf dem Berg Carmel, in dessen Waeldern wir anschliessend wandern waren, den Baalspriestern so richtig gegeben, indem er Gott dazu brachte, seine Opfertiere auf einem mit einer Menge Wasser uebergossenen Altar anzuzuenden, waehrend der Altar der Baalspriester trotz ihrer zahlenmaessigen Ueberlegenheit kalt blieb. Alles in allem eine gute Mischung aus Stadt, Wald und sozialem Engagement und immer wieder eine schoene Gelegenheit etwas mit allen Volontaeren zu machen.



Wednesday, November 01, 2006

Wandern in Gedanken