Eine Hausfrau, wie aus dem Bilderbuch
Lange hat man nichts von mir gehoert und das hat Gruende. Ueberfluessige Zeit nutzend, um mehr oder weniger sinnvoll oder sinnentleert einmal mehr im Internet zu surfen, stiess ich auf Volontaere, die ihr Leben in der weiten Ferne mit einer Menge mehr Witz dokumentierten, als ich das tue. Von dieser Tatsache schwerstens geschockt, vertraute ich mein Problem Karoline an, worauf hin wir uns koestlich darueber amuesierten, wie unlustig ich bin und beschlossen, dass mein naechster Blog, an Lustigkeit alle anderen ueberbieten wird. Durch diesen Anspruch meiner Inspiration beraubt, konnte ich mich nicht mehr dazu aufraffen, diese meine Memoiren fortzufuehren. Mitlerweile habe ich mich schweren Herzens damit abgefunden, dass ich nicht der witzigste Mensch dieses Planeten bin und meine Blogeintraege wie gehabt im Reisefuehrerstyle verfasst werden.
Die letzten Wochen brach der Alltag in Yag Hashmona aus. Ich machte das ca. 145. Bett, fuellte die ca. 165. Teebox, wischte den ca. 98. Fussboden und die Menge der geputzten Toiletten ist nicht mehr jugendfrei. Ich denke, es gibt wenige Teenies in meinem Alter, die eine so stattliche Anzahl an geputzten Toiletten aufzuweisen haben. Doch man gewoehnt sich daran und sammelt Erfahrungen fuer's Leben. Mein zukuenftiger Mann kann sich jetzt schon gluecklich schaetzen, denn nach 6 Monaten Yad Hashmona, werde ich ein ganzes Haus in schaetzungsweise 45 min blitzeblank putzen koennen.
Weiteres in der Rubrik neuste Neuigkeiten: Meine 1. Hebraeischstunde. Wie sich das in der Schule gehoert, sass ich mit Karo und Miriam, einer neuen Volontaerin aus der Schweiz, in der letzten Reihe, ass Schnuckzeug und redete mehr als die Lehrerin oder besser zur selben Zeit. Was uns natuerlich nicht daran hinderte, alles mitzubekommen und brav Reihe ueber Reihe mit hebraeischen Buchstaben zu fuellen. Schmi Hanna. Ani me Germania. Man rate, was das heisst. Die Schrift ist schon kompliziert, aber es ist cool ein bisschen von der Sprache zu lernen, wenn man schon mal hier ist. Ich hatte gerade begonnen, die Schule zu vermissen.
Meine Freizeit verbringe ich, in der von uns kuerzlich entdeckten hauseigenen Sauna, mit dem Konsum von Monty Python Filmen und Buechern ueber Buechern. Und wenn's ganz langweilig wird, verbringen wir Maedchen unsere Zeit damit, Make-up-Parties zu verantstalten, wovon ich hier aber nicht weiter berichten werde, denn das ist definitiv nicht das, wovon ihr mehr lesen wollt.
Die Deutschsprachigen hier uebernehmen uebrigens langsam das Boot von den Finnen. Es kommen immer mehr Leute an, die der deutschen Mundart maechtig sind, und immer mehr Finnen gehen ueber Bord, oder mehr an Bord der Flugzeuge zurueck in den kalten Norden. So rede ich fast mehr Deutsch als Englisch, was manchmal ein bisschen schade ist, denn so wird hoechstens mein Deutsch besser. Dieses wurde durch Karolines Schwaebisch und Miriams Schwitzerdeutsch schon um einige Ausdruecke bereichert. Miriam und ich beschlossen uebrigens heute, dass wir nun Kolleginnen sind, was Schwitzerdeutsch ist und nichts mit gemeinsamer Arbeit, sondern mit dem Grad der freundschaftlichen Bindung zu tun hat und soviel heisst, wie dass wir jetzt Kumpel sind und vielleicht mal Freunde werden.
Eine weitere Sache, die mich an die Heimat erinnert: Es regnet gerade in Stroehmen. Fast ein echtes deutsches Herbstgewitter. Da es hier also immer deutscher wird, nimmt auch mein Heimweh ab. Ich freu mich, wenn ich wieder nach Hause kommen darf, aber langsam kann ich mich auch hier fast wie zu Hause fuehlen. Wenn's auch nicht so schoen ist, wie daheim bei Muttern.


4 Comments:
hallo liebe hanna
du bist grad im nebenraum und geniesst vermutlich deine zeit.
..waehrend ich deinen lustigen diesmal-keinen-tourguide-reisebericht lese und dir nen comment hinterlass.
bis gleich, cutie.
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schliess mich dem an :P
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